Dunkel Hell

Garmisch-Partenkirchen. Rund sechs Wochen vor dem Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen wächst die Vorfreude spürbar. Am 28. Februar und 1. März kehrt der alpine Männer-Zirkus mit Abfahrt und Super-G auf die legendäre Kandahar zurück – und schon jetzt zeichnet sich ab: Das Speed-Wochenende wird ein Publikumsmagnet. Viele Tickets sind bereits vergriffen.

Der Termin ist in diesem Jahr ein besonderer. Erstmals findet der Klassiker so spät in der Saison statt – abgesehen von Weltcupfinals. Direkt im Anschluss an die Olympischen Spiele in Mailand stellte der neue Zeitplan das Organisationskomitee des Skiclub Garmisch vor organisatorische Herausforderungen. Doch das Team um OK-Chefin Martina Betz reagierte flexibel und fand praktikable Lösungen. Nun richtet sich der Blick voller Spannung auf das Rennwochenende.

Die bisherigen Signale stimmen optimistisch: Die Tribüne ist bereits komplett ausverkauft, die Kandahar präsentiert sich – abgesehen von den noch anzubringenden Netzen – in rennfertigem Zustand. Zusätzlich sorgt eine Nachricht aus dem Umfeld des laufenden Weltcups für positive Stimmung: Im vorläufigen Rennkalender für die Saison 2026/27 ist Garmisch-Partenkirchen erneut mit einem Doppel-Wochenende eingeplant. „Das wäre natürlich ideal für uns“, sagt Betz.

Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen: Die heiße Phase beginnt

Trotz aller Freude bleibt die Vorsitzende des Skiclubs realistisch. „Der Kalender ist noch nicht endgültig“, betont Betz. Erfahrungsgemäß werde dieser mehrfach überarbeitet, oft gebe es sieben oder acht Versionen, bevor alles fix sei. Derzeit sieht die Planung Herrenrennen am 20. und 21. Februar vor, eine Woche später sollen die Damen antreten. „Das müssen wir selbstverständlich mit unseren Partnern abstimmen“, erklärt Betz – verhehlt aber nicht, dass sie diese Perspektive als Anerkennung versteht: „Es ist eine Wertschätzung unserer Arbeit. Wir machen weiter, auch wenn es – wie im vergangenen Jahr – einmal nicht klappt.“

Der Fokus liegt nun jedoch klar auf dem anstehenden Weltcup in diesem Winter. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Bereits am Donnerstag nahm die erste Pistencrew die Arbeit auf der Kandahar auf und begann damit, die seit dem Sommer installierten A-Netze zu verankern. In engem Austausch steht Betz mit dem Streckenteam der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB), das für die Präparierung verantwortlich ist. Ihr Fazit: „Die Kandahar ist in einem richtig guten Zustand.“

Schneedepots schaffen Sicherheit

Auch Anton Huber, Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn, zeigt sich zuversichtlich. „Wir sind mit den Schnee-Vorbereitungen praktisch durch. Der Grundstock steht“, erklärt er. Solange extreme Wetterbedingungen ausbleiben, sieht er die Rennen als gesichert an. Die kalten Tage rund um den Jahreswechsel wurden intensiv genutzt, um ausreichend Schnee zu produzieren. Zusätzlich wurden Depots angelegt, um bei Bedarf nachbessern zu können. „Wir haben einen Puffer“, so Huber. Nun gehe es darum, die Strecke bis Ende Februar in diesem Top-Zustand zu halten.

Der neue Termin nach Olympia bringt auch eine veränderte Herangehensweise bei den Rennvorbereitungen mit sich. Die Arbeiten wurden zeitlich gestreckt und auf zwei Wochen verteilt. Den Einsatzplan erarbeitete Betz gemeinsam mit ihrem Team. Klar war dabei: Eine komplette Sperrung der Kandahar während der Faschingsferien kommt für die BZB nicht infrage. Deshalb beginnt die Feinjustierung bereits am 9. Februar. In der Ferienwoche selbst kann das Pistenteam jeweils ab 16.15 Uhr auf die Strecke, sobald der touristische Skibetrieb endet. Die intensive Schlussphase folgt dann in der Rennwoche.

Tribüne frühzeitig ausverkauft

Besonders groß ist die Freude bei den Organisatoren mit Blick auf den Ticketverkauf. Michael Weber, im OK zuständig für Marketing und Events, verkündet: „Die Tribüne für die Herren-Abfahrt am Samstag ist ausverkauft – so früh wie noch nie.“ Bereits vor Weihnachten waren sämtliche Sitzplätze vergeben. Für den Super-G am Sonntag sind aktuell noch einige Stehplätze mit guter Sicht verfügbar.

Für Betz und ihr Team ist das ein klares Signal. „Offenbar haben wir in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht“, meint Weber. Die Werbekampagne startete bereits zum Weltcup-Auftakt in Sölden – rund vier Wochen früher als in der Vergangenheit. Ein mutiger Schritt, der sich offenbar ausgezahlt hat. Der Bruch mit alten Gewohnheiten scheint dem Weltcup in Garmisch-Partenkirchen in diesem Jahr in mehrfacher Hinsicht gutzutun.

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