Garmisch-Partenkirchen – Der Ausflug zur beliebten Einkehr „Drehmöser“ am Hausberg endete für mehrere US-Touristen am Freitagnachmittag mit einem Feuerwehreinsatz. Statt sich an die örtlichen Gegebenheiten zu halten, verließen sich die Urlauber vollständig auf ihr Navigationsgerät – mit folgenreichen Konsequenzen.
Gegen Nachmittag machten sich die Ausflügler mit dem Auto auf den Weg, obwohl die Zufahrt für Kraftfahrzeuge ausdrücklich verboten ist. Weder das entsprechende Verbotsschild noch eine Schranke, die zu diesem Zeitpunkt geöffnet war, hielten sie von der Weiterfahrt ab. „Das Verbot für ein- und mehrspurige Fahrzeuge wurde ignoriert“, bestätigte ein Sprecher der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen.
Auf der steilen und stark vereisten Forststraße verlor der Fahrer schließlich die Kontrolle, der Wagen rutschte gegen 16 Uhr in den Graben. Ein Bekannter, der mit seinem Auto helfen wollte, blieb ebenfalls stecken – und landete wenig später in derselben misslichen Lage.
Die alarmierte Feuerwehr Garmisch rückte daraufhin mit geländegängigen Fahrzeugen und Schneeketten an. Mithilfe von Seilwinden mussten gleich zwei Pkw aus dem Graben gezogen werden. „Das ist ein Einsatz, den private Abschleppdienste gar nicht leisten können“, erklärte Kommandant Peter Gröbl. „Dorthin kommt man schlicht nicht.“
Nach rund einer halben Stunde war der Einsatz beendet. Die Kosten für die Bergung müssen die Betroffenen selbst tragen. Zusätzlich verhängte die Polizei gegen die Fahrer Bußgelder von jeweils 55 Euro. „Noch deutlich teurer wird es, wenn jemand in ein Schutzgebiet fährt“, so der Polizeisprecher.
Solche Vorfälle seien leider keine Seltenheit. Immer wieder würden Verkehrsteilnehmer Warnungen ignorieren und sich blind auf ihr Navi verlassen. Auch Kommandant Gröbl appelliert deshalb an Autofahrer: „Man sollte nicht alles ungeprüft glauben, was das Gerät vorgibt – sondern einfach mitdenken.“
