Partenkirchner Schäffler starten in die Saison: Rund 40 Auftritte bis Aschermittwoch
Garmisch-Partenkirchen – Der Auftakt ist gelungen: Mit einer eindrucksvollen Generalprobe haben die Partenkirchner Schäffler gezeigt, dass sie bereit sind für die bevorstehende Tanzsaison. Bis zum Aschermittwoch stehen rund 40 Auftritte auf dem Programm – eine intensive Zeit für Tänzer, Musiker und Helfer.
Schon die Generalprobe hatte beinahe offiziellen Charakter. Rund 100 Zuschauerinnen und Zuschauer versammelten sich am Feuerwehrhaus, um den ersten öffentlichen Auftritt in den traditionellen Zunfttrachten mitzuerleben. Begleitet wurden die Schäffler vom Trommlerzug und der Musikkapelle in der Uniform der Gebirgsschützen. Hinzu kamen Komitee, Standartenabordnung, Triebler sowie Pitschen- und Kronenstangenträger – insgesamt rund 125 Mitwirkende.
Für jede Aufführung sind 36 Tänzer erforderlich, ergänzt durch Ersatzleute. Gemeinsam stemmen sie eine fordernde Saison, die vom 4. Januar bis zum Aschermittwoch am 18. Februar dauert.
Disziplin, Konzentration und viele Proben
Vom Zugweg durch die Münchner Straße bis in den beleuchteten Innenhof lief alles nach festem Ritual ab. Nachdem Vortänzer Hannes Biehler junior mit der Rautenfahne das Kommando gegeben hatte, begann ein rund 20-minütiger Tanz, der höchste Konzentration verlangte. Bei winterlichen Temperaturen galt es, die anspruchsvollen Figuren sauber auszuführen und die geschmückten Reifen sicher zu führen.
„Üben, üben, üben“ – dieses Motto habe die Proben seit Oktober geprägt, betont Vereinsvorsitzender Anton Buchwieser. Die intensive Vorbereitung zahlt sich aus: Die Abläufe sitzen, die Tänzer sind eingespielt.
Tradition mit starker Botschaft
Wie es der Brauch verlangt, wurde beim ersten Tanz auch die Schäffler-Legende verlesen. Sie erzählt vom Einzug des Tanzes aus München nach Partenkirchen im Jahr 1834 und vom ursprünglichen Gelübde, das alle sieben Jahre erneuert wird. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke des Zusammenhalts – damals wie heute ein tragendes Fundament der Gemeinschaft.
Im weiteren Verlauf folgten die traditionellen Elemente: Triebler, Reifenschwinger und schließlich der Hochleber, der in diesem Jahr erneut die Freiwillige Feuerwehr hochleben ließ. Die als Hanswurstl bekannten Figuren sorgten mit akrobatischen Einlagen für Heiterkeit und verteilten Schnapserl als Dank für die Unterstützung.
Erfahrung trifft Nachwuchs
Zu den prägenden Persönlichkeiten zählt Franz Berwein, der in dieser Saison zum zehnten Mal dabei ist. Bereits 1963 stand er als 14-Jähriger erstmals als Kronenträger auf dem Platz. Heute bringt er seine Erfahrung als Mitglied des Komitees ein – gemeinsam mit weiteren langjährigen Aktiven.
Für Vortänzer Hannes Biehler junior ist es hingegen der erste Einsatz in dieser Rolle. Die Generalprobe bestätigte ihn und seine Tänzer. Mit seinem Einsatz setzt er eine Familientradition fort: Schon Vater und Großvater führten die Schäffler als Vortänzer an.
Saisonstart am 4. Januar
Ernst wird es am 4. Januar mit dem offiziellen Saisonauftakt am Rathausplatz. Weitere Stationen folgen noch am selben Tag am Kirchplatz sowie zum Abschluss bei der Gaststätte Speisemeisterei. Danach ziehen die Schäffler bis Aschermittwoch durch den gesamten Landkreis und darüber hinaus.
Die Generalprobe hat gezeigt: Die Partenkirchner Schäffler sind bestens vorbereitet – auf eine Saison voller Tradition, Gemeinschaft und gelebtem Brauchtum.
