Dunkel Hell

Millionen-Deal für neuen Wohnraum in Garmisch-Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen – Kurz vor den Feiertagen sorgt der Markt Garmisch-Partenkirchen für eine überraschende Nachricht: Die Gemeinde steht unmittelbar vor dem Erwerb einer großen innerörtlichen Fläche, die künftig für den Wohnungsbau genutzt werden soll. Rund 7,5 Millionen Euro investiert der Markt in den Kauf von 23.300 Quadratmetern Grund – eine Fläche, die etwa dreieinhalb Fußballfeldern entspricht.

„Der Vertrag liegt bereits beim Notar“, erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Koch (CSU) am Freitagvormittag in einem Pressegespräch. Am Abend zuvor hatte der Gemeinderat den notwendigen Nachtragshaushalt einstimmig verabschiedet. Besonders bemerkenswert: Der Grundstückskauf kann vollständig aus eigenen Haushaltsmitteln finanziert werden – ohne die Aufnahme von Fremdkapital. Die notarielle Beurkundung wird für Januar erwartet.

Auf dem Areal soll in den kommenden Jahren neuer Wohnraum entstehen. Nach den Vorstellungen der Bürgermeisterin liegt der Fokus dabei vor allem auf bezahlbarem Wohnraum für einheimische Familien. Mit dem Erwerb der Fläche schafft sich die Gemeinde die entscheidende Grundlage, um die weitere Entwicklung selbst steuern zu können.

Langjährige Verhandlungen führten zum Erfolg

Der Weg zu diesem Grundstücksdeal war lang und keineswegs einfach. Wie Koch betont, stand sie bereits seit fünfeinhalb Jahren mit den Eigentümern der Flächen in Kontakt. Erst vor gut einer Woche habe der Prozess dann deutlich an Dynamik gewonnen – mit rascher Behandlung in Finanzausschuss und Gemeinderat.

Die Beratungen fanden zunächst nichtöffentlich statt. Das Gremium entschied jedoch, diese Vertraulichkeit teilweise aufzuheben. Lediglich der Name des Verkäufers sowie die genaue Lage der Grundstücke sollen erst nach Abschluss der Beurkundung öffentlich bekannt gegeben werden.

Für die Bürgermeisterin ist der erfolgreiche Abschluss ein wichtiger Schritt: „Das war unsere Pflicht als Kommune. Diese Chance durften wir uns nicht entgehen lassen“, sagte Koch. Nur die Gemeinde selbst könne dort das notwendige Baurecht schaffen. „Jetzt liegt es in unserer Hand, diese Fläche sinnvoll zu entwickeln.“

Finanzierung aus eigener Kraft

Besonders stolz zeigte sich Koch darüber, dass der Grundstückskauf aus eigener finanzieller Kraft gestemmt werden kann. Gemeinsam mit Kämmerer Christoph Maier wurde der Haushalt 2025 intensiv geprüft und neu justiert. Mehreinnahmen bei Gewerbe- und Grundsteuer, geringere Personalausgaben sowie weitere Einsparungen machten den Deal möglich.

„Das ist das Ergebnis vorausschauender Haushaltsplanung“, so die Bürgermeisterin. Die in den vergangenen Jahren beschlossenen Steueranpassungen hätten sich nun als richtig erwiesen. „So versickern die Einnahmen nicht im laufenden Betrieb, sondern wir investieren gezielt in die Zukunft der Gemeinde.“

Breite Zustimmung im Gemeinderat

Auch aus den Reihen der Opposition kam Zustimmung für den Grundstückskauf. Ulrike Bittner-Wolff (SPD) sprach im Gemeinderat von einem „guten Tag für Garmisch-Partenkirchen“. Mit dem Erwerb entstehe neues kommunales Vermögen, das langfristig der Bürgerschaft zugutekommen könne.

Wie und wann das Gebiet konkret bebaut wird, liegt nun bei den politischen Gremien. Der entscheidende erste Schritt für neuen Wohnraum in Garmisch-Partenkirchen ist mit diesem Millionen-Deal jedoch gemacht.

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