OnkoNetzOberland stärkt wohnortnahe Krebsversorgung im bayerischen Oberland
Die Deutsche Krebshilfe fördert bundesweit den Aufbau von fünf regionalen Behandlungsnetzwerken, um die onkologische Versorgung insbesondere außerhalb großer Ballungsräume nachhaltig zu verbessern. Eines dieser Projekte entsteht im bayerischen Oberland.
Garmisch-Partenkirchen – Für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen sowie angrenzende Regionen wird das Projekt „OnkoNetzOberland“ über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren unterstützt. Das Klinikum Garmisch-Partenkirchen übernimmt dabei eine zentrale Funktion innerhalb des neuen Netzwerks.
Gerade Menschen mit einer Krebserkrankung sind in ländlich geprägten Regionen häufig mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Lange Fahrtzeiten zu spezialisierten Einrichtungen, begrenzte ambulante Angebote und eingeschränkte Mobilität können die Behandlung zusätzlich belasten. Genau hier setzt das OnkoNetzOberland an: Ziel ist es, eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige Krebsversorgung zu etablieren und moderne Therapien für Patientinnen und Patienten im Oberland besser zugänglich zu machen.
Das Netzwerk wird gemeinsam vom Klinikum Garmisch-Partenkirchen und dem Comprehensive Cancer Center (CCC) München – dem gemeinsamen Krebszentrum des LMU Klinikums und des TUM Klinikums – aufgebaut und umgesetzt. Als einziges Krankenhaus der Versorgungsstufe 2 im regionalen Krankenhausplan sowie mit seinem zertifizierten Onkologischen Zentrum Oberland nimmt das Klinikum Garmisch-Partenkirchen eine Schlüsselrolle in der ambulanten und stationären Krebsversorgung der Region ein.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf innovativen und patientennahen Versorgungskonzepten. Dazu zählen digitale Anwendungen zur Begleitung der Behandlung, die systematische Erfassung von patientenberichteten Behandlungsergebnissen (PROMs) sowie der Einsatz sogenannter Flying Nurses und Flying Psycho-Onkologen. Diese mobilen Fachkräfte sollen insbesondere ältere, gebrechliche oder immobile Patientinnen und Patienten direkt vor Ort unterstützen.
„Mit dem OnkoNetzOberland schaffen wir eine moderne, klar strukturierte Versorgungsform, die konsequent an den Bedürfnissen der Menschen in unserer Region ausgerichtet ist“, erklärt Dr. Till Seiler, Chefarzt für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Klinikum Garmisch-Partenkirchen sowie Sprecher des Netzwerks. „Unser Ziel ist es, hochqualitative Medizin wohnortnah verfügbar zu machen und zusätzliche Belastungen durch lange Wege oder komplizierte Versorgungsstrukturen zu vermeiden.“
Neben der medizinischen Behandlung spielt auch die psycho-soziale Begleitung eine wichtige Rolle. Die psycho-onkologische Unterstützung soll Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige frühzeitig, kontinuierlich und möglichst wohnortnah entlasten.
„Eine Krebsdiagnose stellt für viele Betroffene und ihre Familien eine enorme seelische Herausforderung dar“, sagt Dr. Pia Heußner, Psycho-Onkologin und Projektbeteiligte im OnkoNetzOberland. „Durch den Einsatz von Flying Psycho-Onkologen können wir Unterstützung genau dort anbieten, wo sie gebraucht wird.“ Gleichzeitig profitieren Patientinnen und Patienten im Oberland von der engen Anbindung an das CCC München, etwa durch einen erleichterten Zugang zu klinischen Studien sowie zu digitalen Informations- und Beratungsangeboten des dortigen Patientenhauses.
Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts übernehmen die Arbeitsgruppe Versorgungsforschung der Medizinischen Klinik III des LMU Klinikums, das Bayerische Krebsregister sowie das Institut für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften der Universität Bayreuth. Ziel ist es, die neuen Versorgungsstrukturen systematisch zu evaluieren und ihre Übertragbarkeit auf andere ländliche Regionen zu prüfen.
Mit dem OnkoNetzOberland leisten das Klinikum Garmisch-Partenkirchen und seine Partner einen wichtigen Beitrag zu einer zukunftsorientierten, patientenzentrierten Krebsversorgung und setzen ein klares Zeichen für mehr Versorgungsqualität und Chancengleichheit – unabhängig vom Wohnort.
