Dunkel Hell

Hornschlittenrennen erhält grünes Licht

Die traditionsreiche Veranstaltung am Dreikönigstag dürfte auch in diesem Jahr wieder tausende Zuschauer nach Garmisch-Partenkirchen ziehen. Auf der Rennstrecke herrschen derzeit sehr gute Bedingungen.

„Wir ziehen es durch“, macht Christian Herzog unmissverständlich klar. Der Vorsitzende des Hornschlittenvereins blickt auf arbeitsintensive Tage zurück – und auch die kommenden werden kaum ruhiger. Gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern wird derzeit täglich an der Strecke gearbeitet, um optimale Voraussetzungen für die 55. Bayerische Meisterschaft zu schaffen. Rund 95 Prozent der Strecke können über die volle Distanz gefahren werden. Schon jetzt steht fest: Das Rennen wird schnell – und eisig.

Gute Temperaturen, wenig Naturschnee

In den vergangenen Jahren hatten die Organisatoren immer wieder mit Schneemangel und milden Temperaturen zu kämpfen. Letzteres ist heuer kein Thema: Die Nächte sind deutlich frostig, der Boden ist gut durchgefroren und sorgt für eine stabile Piste. „Beste Voraussetzungen“, betont Herzog. Einzig der fehlende Naturschnee macht die Vorbereitungen erneut aufwendiger.

Doch darauf ist man vorbereitet. Wenn der Schnee nicht vom Himmel kommt, wird er eben angeliefert. Insgesamt werden etwa 600 bis 700 Kubikmeter Kunstschnee in die Wildenau gebracht. Bereits vor dem Neujahrsskispringen produzierten Schneekanonen am Skistadion zusätzliches Material, zudem kam Eisabrieb aus dem Olympia-Eissportzentrum zum Einsatz. Unterstützung erhält der Hornschlittenverein dabei seit Jahren aus der Gemeinde und vom örtlichen Bauhof.

Steilste Passage mit bis zu 25 Prozent Gefälle

Seit mehreren Tagen liegt im Zielbereich ausreichend Kunstschnee bereit. Dieser wird mit dem Unimog nach oben transportiert und Schritt für Schritt auf der Strecke verteilt. Auch der berüchtigte „Eri-Stich“ wurde inzwischen präpariert. Mit einem Gefälle von bis zu 25 Prozent gilt er als die steilste und anspruchsvollste Passage. Zwischen Start und Rasseneck sind dabei Geschwindigkeiten von über 80 km/h möglich.

Aktuell sind 62 Teams für das Rennen gemeldet, die die rund 1,1 Kilometer lange Strecke in Angriff nehmen wollen. „Wir gehen davon aus, dass es noch mehr werden“, sagt Herzog. Die Anmeldefrist läuft noch bis Sonntag, 4. Januar, 16 Uhr.

Programmübersicht

Sonntag, 4. Januar

  • 19 Uhr: Auslosungsparty mit DJ und Grillschmankerl an der Hornschlittenhütte

Dienstag, 6. Januar (Dreikönigstag)

  • 9–11 Uhr: Startnummernausgabe und Schlittenabnahme im Olympia-Skistadion
  • 12 Uhr: Zipfelbob-Wettbewerb für Kinder von 5 bis 13 Jahren
  • 12.30 Uhr: 55. Hornschlittenrennen
    (gegen 13.30 Uhr Auftritt der Partenkirchner Schäffler)
  • 15 Uhr: Siegerehrung der drei schnellsten Damen- und Herrenteams
  • Ab 19 Uhr: Hornschlittenball mit Livemusik, Preisverleihung und Tombola in der Bayernhalle

Sicherheit und Zuschauerandrang

Neben dem Wetter stellen auch steigende Sicherheitsauflagen die Veranstalter vor Herausforderungen. „Die spüren wir deutlich“, erklärt Herzog. Zehn Sicherheitskräfte sind im Einsatz, zudem wird der Zielbereich ähnlich wie bei Großveranstaltungen zusätzlich abgesichert – unter anderem mit einem Container an der Zufahrt. Im vergangenen Jahr verfolgten rund 4000 Zuschauer das Rennen in der Wildenau. Auch heuer dürfen sich die Besucher neben spannenden Läufen auf den Auftritt der Partenkirchner Schäffler freuen.

Sportlich richtet sich der Blick besonders auf die Teams aus Gaißach, die im vergangenen Jahr die Herrenklasse dominierten und gleich vier Mannschaften unter die besten sieben brachten. „Das müssen wir wieder ändern“, hatte Herzog damals augenzwinkernd an die heimischen Werdenfelser Teams appelliert. Ob das gelingt, zeigt sich am Dreikönigstag. An den Bedingungen soll es jedenfalls nicht scheitern – sie gelten als nahezu perfekt.

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