Beim Derby gegen den EC Bad Tölz erlebte der SC Riessersee im letzten Drittel einen kompletten Einbruch. Fünf Gegentore im Schlussabschnitt besiegelten eine deutliche 2:8-Niederlage. Neu-Trainer Markus Jocher fand danach klare Worte: „So etwas darf uns einfach nicht passieren.“
Als „Spiel der Saison“ hatte Jocher das Duell in der ausverkauften Hacker-Pschorr-Arena angekündigt – und entsprechend hoch lagen die Erwartungen. Der neue Coach wollte eine klare Reaktion seiner Mannschaft sehen. Diese bekam er auch – allerdings nur über 40 Minuten.
In den ersten beiden Dritteln hielt der SCR gut dagegen, war phasenweise sogar das aktivere Team. Mutig, aggressiv und mit frühem Forecheck setzten die Gäste die Tölzer unter Druck. Doch alte Probleme ließen sich auch nach dem Trainerwechsel nicht komplett abstellen.
Ein individueller Fehler brachte die Gastgeber früh in Führung: Ein unnötiger Fehlpass im eigenen Drittel landete direkt beim Gegner, der zum 1:0 einschob. Auch das 2:0 im zweiten Abschnitt entstand aus einer unglücklichen Szene, in der mehrere Riesserseer zögerten und Bad Tölz freie Bahn bekam.
Anders als zuletzt steckte der SCR jedoch nicht auf. Mit viel Einsatz erkämpften sich die Garmisch-Partenkirchner den Anschluss, ehe sie in doppelter Überzahl sogar zum 2:2 ausgleichen konnten. Der Kampfgeist war zurück – auch Jocher zeigte sich bis dahin zufrieden.
Doch der nächste Rückschlag folgte zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Eine Sekunde vor der zweiten Drittelpause traf Bad Tölz im Powerplay zum 3:2. Es sollte der Wendepunkt des Spiels sein.
Im Schlussdrittel brach der SCR dann völlig auseinander. Nach dem frühen 4:2 übernahmen die Tölzer endgültig das Kommando. Die Riesserseer fanden offensiv kaum noch Mittel, während der ECT Treffer um Treffer nachlegte.
Besonders bitter: Zwei Gegentore in eigener Überzahl sowie weitere individuelle Aussetzer sorgten für einen wahren Torreigen der Gastgeber. Bad Tölz spielte sich in einen Rausch, nahezu jede Aktion endete nun im Tor.
Am Ende stand ein ernüchterndes 2:8 auf der Anzeigetafel – ein hartes Resultat für ein Derby, das dem SC Riessersee über weite Strecken durchaus Mut gemacht hatte, dessen Schlussphase jedoch schmerzhaft aufzeigte, wie groß die Baustellen weiterhin sind.
