Dunkel Hell

Der geplante Neubau der Feuerwache in Murnau könnte deutlich höhere Kosten verursachen als bislang angenommen. In den Haushaltsberatungen wurde zuletzt ein Betrag zwischen 20 und 24 Millionen Euro genannt. Eine öffentliche Sondersitzung im Januar soll nun für mehr Transparenz sorgen.

Murnau – Der Haushalt 2026 beschäftigt den Marktgemeinderat von Murnau bereits seit mehreren Sitzungen. Am Donnerstag, 18. Dezember, soll das Zahlenwerk als Haushaltssatzung verabschiedet werden. Zu den größten und zugleich kostenintensivsten Vorhaben zählt der Neubau der Feuerwache auf dem Gelände des ehemaligen Volksfestplatzes.

Fest steht: Das Projekt wird teuer. Während im Jahr 2021 noch von rund elf Millionen Euro ausgegangen wurde, scheint diese Summe inzwischen nicht mehr realistisch. Im Rahmen der aktuellen Beratungen brachte Wolfgang Köglmayr, Co-Fraktionsvorsitzender von Mehr Bewegen, Kosten in Höhe von 20 bis 24 Millionen Euro ins Gespräch – ein erheblicher Betrag, insbesondere vor dem Hintergrund angespannter kommunaler Finanzen.

Ob diese Zahlen derzeit auch die offizielle Kalkulationsgrundlage des Marktes darstellen, bleibt offen. Aus dem Rathaus heißt es, man wolle sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret äußern. Sprecherin Sophie Klagsbrun erklärt, Ziel sei es, das Thema in einem klar strukturierten Rahmen zu präsentieren und sicherzustellen, dass alle Beteiligten auf derselben, verlässlichen Informationsbasis diskutieren. Aus diesem Grund sei für den 22. Januar eine öffentliche Sondersitzung anberaumt worden, in der der aktuelle Stand ausführlich vorgestellt werden soll.

Grundsätzlich sichern alle drei Bürgermeisterkandidaten – Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), Robert Herz (Bündnis 90/Die Grünen) und Benedikt Hoechner (SPD) – der Feuerwehr ihre Unterstützung zu. Dennoch äußern sie Vorbehalte angesichts der möglichen Kostensteigerung. Hoechner plädiert dafür, das Vorhaben nochmals kritisch zu überprüfen. Entscheidend seien der tatsächliche Bedarf und die Frage der Finanzierbarkeit. Eine konsequente Kostenkontrolle sei unerlässlich, damit andere wichtige Aufgaben wie Wohnbau, Kinderbetreuung oder Ganztagsschule nicht ins Hintertreffen geraten. „Wir dürfen die Gemeinde nicht überfordern“, betont er.

Auch Robert Herz sieht die Summe von mehr als 20 Millionen Euro kritisch. Eine Investition dieser Größenordnung würde den Haushalt der kommenden Jahre maßgeblich prägen und den finanziellen Spielraum einschränken – insbesondere für soziale Projekte und Maßnahmen der Energiewende. Er weist darauf hin, dass er bislang keinen Einblick in den Feuerwehrbedarfsplan erhalten habe. Dem entgegnet Klagsbrun, dass dieser Plan auf Anfrage jederzeit bei der Geschäftsleitung im Rathaus eingesehen werden könne.

Bürgermeister Rolf Beuting unterstreicht, dass der Gemeinderat mit hoher Priorität und großer Ernsthaftigkeit daran arbeite, die gesetzlichen, sicherheitsrelevanten und fachlichen Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus mit den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde in Einklang zu bringen. In dieser Zielsetzung herrsche im Gremium Einigkeit. Genau darauf werde sich auch die Sitzung im Januar konzentrieren. Die bisherigen Gespräche seien stets in enger Abstimmung mit der Feuerwehrführung geführt worden. Beuting zeigt sich zuversichtlich, dass eine tragfähige Lösung gefunden werden könne, möchte der weiteren Diskussion jedoch nicht vorgreifen.

Wolfgang Köglmayr selbst wollte seine Kostenschätzung auf Nachfrage nicht weiter kommentieren und verwies ebenfalls auf die anstehende Sondersitzung im Januar.

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