Zukunft der evangelischen Kirchen in Grainau, Burgrain und Oberau
Wie es mit den evangelischen Kirchen in Grainau, Burgrain und Oberau weitergeht, ist derzeit Gegenstand intensiver Gespräche. Während für zwei Standorte konkrete Lösungen angestrebt werden, soll insbesondere die Kirche in Grainau mit neuen Ideen wiederbelebt werden.
Zum evangelischen Dekanat Garmisch-Partenkirchen gehören aktuell noch sechs Kirchen. Drei davon – in Burgrain, Grainau und Oberau – sollen künftig nicht mehr von der Kirchengemeinde betrieben werden. Hintergrund ist ein umfassender Strukturwandel: Bereits 2018 fusionierten die Pfarrgemeinden Garmisch und Partenkirchen. Seitdem zeigt sich deutlich, dass die Vielzahl an Gebäuden mit sinkenden Mitgliederzahlen kaum noch zu bewältigen ist.
Die Zahl der Gemeindemitglieder ist in den vergangenen Jahren von rund 5.400 auf unter 3.800 gesunken. Neben Wegzügen spielen auch Kirchenaustritte eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig verursachen die Immobilien hohe Kosten. Allein für die Kirche in Grainau fallen jährlich mehrere Tausend Euro an Betriebskosten an. In Burgrain kommt hinzu, dass die Bausubstanz stark sanierungsbedürftig ist und Investitionen in erheblicher Höhe erfordern würde.
Wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen
Die Entscheidung, sich von drei Kirchen zu trennen, fiel der Gemeinde nicht leicht. Neben finanziellen Aspekten spielt auch das Ziel der evangelischen Landeskirche eine Rolle, bis 2045 alle Immobilien klimaneutral zu betreiben. Angesichts dieser Vorgaben und der aktuellen Nutzungssituation erschien der Schritt letztlich unvermeidbar.
Konkrete Perspektiven für die einzelnen Standorte
Für die Friedenskirche in Burgrain gibt es bereits einen ernsthaften Interessenten für das Grundstück. Auch für die Heilandkirche in Oberau laufen Verkaufsverhandlungen. Sollte hier eine Einigung erzielt werden, könnte das Gebäude weiterhin erhalten bleiben – ein Ziel, das vom Kirchenvorstand ausdrücklich unterstützt wird.
Die Erlöserkirche in Grainau nimmt eine Sonderrolle ein. Das denkmalgeschützte Gebäude, entworfen von dem bekannten Architekten Olaf Andreas Gulbransson, soll im Rahmen eines Transformationsprozesses neu belebt werden. Derzeit wird geprüft, welche kirchlichen und kulturellen Angebote dort gebündelt werden können, um den Ort langfristig zu erhalten und wirtschaftlich tragfähig zu machen.
Weichen für die Zukunft bereits gestellt
Pfarrer Martin Dubberke, der Anfang 2026 verabschiedet wird, hat die notwendigen Schritte für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Projekte vorbereitet. Auch bei einem möglichen Übergang ohne sofortige Neubesetzung der Pfarrstelle sollen die Prozesse nicht ins Stocken geraten.
Parallel dazu plant die Kirchengemeinde die Schaffung von Wohnraum auf einem Grundstück neben der Christuskirche im Ortsteil Garmisch. Nach Verzögerungen durch die Insolvenz eines Projektpartners wurde inzwischen ein neues Unternehmen gefunden, das den Bau von nachhaltigen Modulhäusern aus Massivholz umsetzen soll.
