Bergwacht-Ausbildung in Garmisch-Partenkirchen: Hohe Anforderungen und besondere Momente
Eine intensive Ausbildung liegt hinter drei jungen Bergrettern aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Im Gespräch tauschen sie ihre Erfahrungen aus und erinnern sich an den besonderen Moment, als sie ihre Bergwachtjacke erhielten.
Der Jacken-Moment
„Die Jacke muss man sich verdienen“, sagt Magdalena Zehntner von der Bereitschaft Ohlstadt. Erst nach der erfolgreichen Prüfung darf sie die rot-blaue Bergwachtjacke tragen – ein Moment des Stolzes. Ähnlich sieht es Stefan Häffner (Bereitschaft Krün) und André Godat (Garmisch-Partenkirchen). Die Jacke markiert den ersten Schritt ihrer Ausbildung, die restliche Ausrüstung erhalten die Anwärter nach und nach.
Abschluss der Ausbildung
Godat (35), Häffner (30) und Zehntner (30) haben vor Kurzem ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie berichten, dass die Prüfungen extrem anspruchsvoll waren, sich der Einsatz aber gelohnt hat.
Herausfordernde Prüfungen
Bergwachts-Anwärter müssen zwei Eignungstests (Sommer & Winter) bestehen. Am Ende folgen die Sommer- und Winterprüfungen. „Fast keiner schafft alles beim ersten Mal“, sagt Zehntner. Sie selbst musste die Lawinenverschüttetensuche wiederholen – nicht die Einzige. Auch Stefan Häffner und André Godat berichten von anspruchsvollen Tests, insbesondere beim Klettern, Skifahren und im medizinischen Bereich.
Voraussetzungen für Anwärter
Die Ausbildung ist nicht dazu gedacht, aus jedem einen Bergsteiger zu machen. Bewerber müssen bereits Erfahrung mitbringen, die in Eignungstests geprüft werden: Skifahren, Skitouren, Lawinenkunde, alpines Klettern (4. Schwierigkeitsgrad), Kondition und sicheres Bewegen im alpinen Gelände. Dauer der Ausbildung: zweieinhalb bis drei Jahre.
Finanzierung der Ausbildung
Die Ausbildung ist kostenintensiv. Neben der Fortbildung benötigen die Bereitschaften umfangreiche Ausstattung: Erste-Hilfe-Material, Reanimationspuppen, Übungsgeräte sowie Lehrsäle mit moderner Technik. Ohne Spenden wäre eine hochwertige Ausbildung kaum möglich.
Gemeinschaft und Engagement
Die junge Bergwacht freut sich über die Gemeinschaft und den Zusammenhalt während der Ausbildung. Dienste an Wochenenden werden gerne geleistet, und jeder Einsatz – egal wie unspektakulär – bringt Dankbarkeit und besondere Momente. Ein Beispiel: Bei einem Such- und Rettungseinsatz am Kramer konnte André Godat eine seit drei Tagen vermisste Frau lebend finden – ein kleiner, aber bedeutender Erfolg.
Keine Nachwuchssorgen
Derzeit gibt es im Landkreis 100 Anwärter auf die Bergwacht. Die Hälfte davon ist für die Eignungstests im Winter angemeldet, die übrigen sammeln Erfahrung in den Bereitschaften. Neue Bewerber werden in der Regel ein Jahr lang begleitet, um ihre fachlichen und menschlichen Fähigkeiten sowie ihre Bereitschaft zur ehrenamtlichen Arbeit zu prüfen.
