Als Peter Messerschmitt im Jahr 1975 in einer ruhigen Seitenstraße der Münchner Maxvorstadt seine erste Peaches Cocktailbar eröffnete, entstand weit mehr als nur ein neuer Treffpunkt für Nachtschwärmer. Es war der Start einer Idee, die die Barkultur in Deutschland nachhaltig prägen sollte.
Garmisch-Partenkirchen – Statt lauter Diskomusik setzte Messerschmitt auf ein völlig neues Konzept: große, exotische Cocktails, entspannte Stimmung und vor allem Platz für Begegnung. Lebensfreude stand von Anfang an im Mittelpunkt – ein Anspruch, der bis heute den Charakter von Peaches bestimmt.
Cocktails wie Piña Colada, Mojito oder Caipirinha waren in den 1970er-Jahren hierzulande nahezu unbekannt. Die Inspiration dafür brachte Messerschmitt aus den USA mit. Dort hatte er ein Management-Trainingsprogramm beim Hilton-Konzern absolviert und zuletzt als Direktor in Atlanta im Bundesstaat Georgia gearbeitet. Aus dem „Peach State“ nahm er nicht nur das Barkonzept mit nach Deutschland, sondern auch den Namen. Peaches war geboren.
Amerikanisches Barkonzept wird zur Erfolgsgeschichte
Das neue Konzept traf den Zeitgeist. Aus der ersten Bar in München entwickelte sich über die Jahrzehnte hinweg eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. Insgesamt entstanden mehr als 38 Peaches-Betriebe – unter anderem in Schwabing, Neuhausen, Schleißheim, Leim, Bogenhausen, Unterhaching, Pasing, Düsseldorf, Regensburg, Rosenheim, Straubing, Augsburg, Ingolstadt, Dresden, Chemnitz, auf Mallorca sowie auf dem Münchner Oktoberfest.
Natürlich blieb auch Peaches nicht von Rückschlägen verschont. Einige Standorte mussten im Laufe der Jahre wieder schließen, teils aufgrund von Anwohnerbeschwerden wegen der vielen feiernden Gäste. Was jedoch bleibt, ist ein halbes Jahrhundert gelebte Lebensfreude und Barkultur.
Vom Münchner Geheimtipp nach Garmisch-Partenkirchen
Besonders berühren Peter Messerschmitt bis heute die Geschichten seiner Gäste. Immer wieder berichten Menschen davon, dass sie ihren Lebenspartner einst im Peaches kennengelernt haben. Manche dieser Begegnungen reichen sogar bis in die frühen 1970er-Jahre zurück.
Schon damals war das Thema Begegnung ein roter Faden in Messerschmitts Laufbahn. Während seines Studiums betrieb er zur Finanzierung die Diskothek „Pferdestall“ im Bayerischen Löwen in Bichl. Auch dort entstanden Freundschaften – und nicht selten große Lieben.
Ein besonderes Anliegen sind ihm seine Mitarbeiter. Viele von ihnen gehören seit mehr als drei Jahrzehnten zur Peaches-Familie. Diese außergewöhnliche Loyalität prägt das Unternehmen bis heute.
Familienbetrieb mit frischen Ideen
Peaches ist auch nach 50 Jahren ein echtes Familienunternehmen. Die Kinder Peter, Christian, Max und Miriam wuchsen praktisch mit der Gastronomie auf und arbeiteten früh im Betrieb mit. Heute leitet Tochter Miriam als Geschäftsführerin den Standort in Garmisch-Partenkirchen.
Sie setzt eigene Akzente und bringt internationales gastronomisches Know-how aus Stationen in China, Katar und von Kreuzfahrtschiffen ein. Unter ihrer Führung entstand auch die Marke „Miris Hütt’n“, die insbesondere im Winter das Nachtleben in der Zugspitzregion bereichert.
Die große Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen fand am 20. Dezember im Peaches in Garmisch-Partenkirchen statt. Ein würdiger Anlass, um auf ein halbes Jahrhundert Gastronomie, Lebensfreude und unzählige Geschichten anzustoßen.
