Dunkel Hell

Garmisch-Partenkirchen – Eine handliche Chronik im A5-Format, gefüllt mit eingeklebten Flyern, Notizen und Unterschriften, dokumentiert die bewegte Geschichte der Garmisch-Partenkirchner Symposien für Kinder- und Jugendrheumatologie. Das liebevoll geführte Werk ist ein Unikat – und zugleich Zeugnis von fünf Jahrzehnten medizinischen Austauschs auf internationalem Niveau.

Veranstaltet wird das Symposium von der Spezialklinik für Kinder- und Jugendrheumatologie im Ort. Im Jahr 2026 begeht sie das 50-jährige Bestehen dieser besonderen Fachtagung, die weit über die Region hinaus Anerkennung genießt.

Die Anfänge reichen zurück ins Jahr 1973. Damals setzten sich die Gründerin und erste Leiterin der Rheumakinderklinik, Professor Dr. med. Elisabeth Stoeber, und ihr Oberarzt Dr. med. hab. Gert Kölle dafür ein, rheumatische Erkrankungen bei Kindern stärker ins Bewusstsein der internationalen Fachwelt zu rücken. Mit den Forschungsergebnissen ihres Teams im Rücken luden sie namhafte Mediziner in die Gehfeldstraße ein.

„Das Symposium begann mit gerade einmal acht bis zehn Ärzten, fand in den ersten Jahrzehnten nicht regelmäßig statt und musste während der Coronapandemie einmal aussetzen“, erläutert Prof. Dr. med. Johannes-Peter Haas. Heute nehmen rund 150 Fachleute in Präsenz und online teil. Haas ist seit 16 Jahren Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer der Fachklinik, unter deren Dach sich das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie, das Zentrum für Schmerztherapie junger Menschen sowie das Sozialpädiatrische Zentrum befinden.

In den 1990er Jahren stieg das Interesse deutlich an, die Räume in der Gehfeldstraße wurden zu klein. Ab dem Jahr 2000 fand der Kongress deshalb rund 25 Jahre lang im Hotel am Badersee statt. Dort wurde das Programm um Seminare, Workshops und Ausstellungen von Orthopädiezentren und Pharmaunternehmen erweitert.

Zum goldenen Jubiläum wechselte der Veranstaltungsort erneut: Das Symposium zog nach Ohlstadt ins Tagungshotel Alpenblick. „Gestiegene Kosten am bisherigen Standort haben diesen Schritt notwendig gemacht“, erklärt Prof. Dr. Haas.

Der Ortswechsel tat dem Zuspruch keinen Abbruch. Auch in diesem Jahr war die Veranstaltung ausgebucht, das Teilnehmerfeld erneut international. Insgesamt präsentierten sich 16 Firmen. Inhaltlich standen unter anderem Schuppenflechte und Arthritis bei Kindern (Juvenile Psoriasisarthritis), Physiotherapie und Sport, neue Medikamente sowie das Thema Fatigue im Fokus. Letzteres beleuchtete unter anderem Prof. Fred Friedberg, der online aus New York zugeschaltet war.

Große Anerkennung finden vor allem die wissenschaftlichen Arbeiten der Garmisch-Partenkirchner Spezialklinik. „Dass wir umfangreiche Studien – etwa in enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München – und vielfältige Therapieprogramme durchführen können, verdanken wir maßgeblich unseren Förderern“, betont Prof. Dr. Haas. Besonders hebt er den Verein „Hilfe für das rheumakranke Kind“ hervor, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. Doch auch zahlreiche weitere Vereine und Einzelspender leisten mit ihren Zuwendungen einen wichtigen Beitrag für erkrankte Kinder und Jugendliche.

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